Gedanken – Das Problem mit den Problemzonen

Wer kennt sie nicht: die kleinen Pölsterchen an Bauch und Hüften, die so manche Frau schier zur Verzweiflung treiben. Trotz des Zählens von Kalorien, Übens von Verzicht und stundenlanger sportlicher Betätigung wollen sie einfach nicht verschwinden. Im Gegenteil, standhaft setzen sie sich gegen jeden noch so gut geplanten Angriff zur Wehr.

Dabei ist das eigentlich gar nicht nötig. Denn die traditionellen Problemzonen – Bauch, Beine und Po – sind in Wirklichkeit gar keine. Nun mag man mir sicher unterstellen, was sollte ich auf einer solchen Website schon anderes behaupten? Ich gebe gerne zu, dass ich den leider immer noch aktuellen Schlankheitswahn nicht wirklich gut heiße. Ich mag Frauen, die auch wie Frauen aussehen. Und das bedeutet nun mal, dass sie Rundungen haben müssen – auch an Bauch, Beinen und Po. Das heisst nun sicher nicht, dass ich statt dessen ein ungebremstes Fettansetzen befürworte. Weder das eine Extrem noch das andere halte ich für erstrebenswert. Doch blutet mir jedes Mal das Herz, wenn ich sehe, welche Mühe sich das schöne Geschlecht gibt, um genau diese "Problemzonen" zu kaschieren. Völlig normal gebaute Frauen setzen alles daran, möglichst viel von ihrer weiblichen Figur zu verstecken, weil sie sich dafür schämen. Dabei gibt es dazu absolut keinen Grund, was ich ungeachtet meines persönlichen Geschmackes auch mit wissenschaftlichen Fakten belegen möchte.

Es kommt nämlich gar nicht so sehr darauf an, dass eine Frau wirklich super schlank ist. Man sollte sich hier von den Medien, insbesondere den sog. "Frauenzeitschriften" (die, die jede Woche eine tolle, neue Wunderdiät entdecken) keinen Bären aufbinden lassen. Betrachtet man die Vorlieben der Männer über die Jahrhunderte hinweg, so stellt man zwar fest, dass mal rundlichere, mal schlankere Damen als schön galten. Eine Sache jedoch ist dabei immer gleich geblieben: das Verhältnis zwischen Hüft- und Taillenumfang. Frauen, bei denen der Taillenumfang siebzig Prozent des Hüftumfangs beträgt, sind erwiesenermaßen fruchtbarer und gesünder als andere. Dieser Zusammenhang, so haben Untersuchungen an der Cambridge University ergeben, ist evolutionsbedingt fest im Gehirn eines Mannes verankert. Im Klartext bedeutet das, dass die sog. Problemzonen ruhig auch etwas ausgeprägter sein können. Solange der Taillenumfang zwischen 67 und 80 Prozent des Hüftumfangs beträgt, kann sich eine Frau ihrer anziehenden Wirkung auf einen Mann absolut sicher sein – ein paar Pfunde mehr oder weniger ändern daran also nichts.

Hinzu kommt ausserdem noch eine Sache: selbst wenn das sich Verhältnis von Hüfte zu Taille nicht innerhalb der oben genannten Grenzen bewegt, heisst das nicht, das eine Frau auf ihren Partner automatisch unattraktiv wirkt. Denn, so haben Studien des Kinsey Institute ergeben, es hängt die männliche Wahrnehmung der Partnerin von der Tiefe seiner Gefühle für sie ab. Je mehr der Mann also in sie verliebt ist, desto attraktiver erscheint sie ihm auch. Wenn ein Mann wirklich auf eine Frau steht, dann ist der Umfang ihrer Oberschenkel oder ihres Bauches schlicht nebensächlich – vielmehr: er ist perfekt. Liebe macht also nicht blind, sondern attraktiv.

Wenn sich also das nächste Mal die Frage stellt: eine Stunde auf den Crosstrainer – oder doch lieber ein Stück Schokolade: dann einfach mal auf den Bauch hören.

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