kinjiro – Wie du mir, so ich dir

Ich war immer noch ausser Atem, als ich mich vor dem Spiegel im Schlafzimmer aufbaute und mir selbst einen zufriedenen Blick zuwarf. Ganz langsam wurden die ersten Erfolge des Trainings sichtbar, und nachdem ich aus meiner Trainingsjacke geschlüpft war, bestätigte sich dieser Eindruck nur noch einmal. Nicht, dass ich bereits wieder als schlank gelten konnte. Aber nachdem ich in den letzten acht Wochen fast zehn Kilogramm verloren hatte, war ich auf einem sehr guten Weg zu der sportlichen Figur, die ich einmal besessen hatte. Ich schlüpfte vollends aus meinen Sportsachen und zog mich ganz aus, dann ging ich ins Bad und unter die Dusche.

Während mir das Wasser erst über den Kopf und dann den restlichen Körper lief und ich den Schweiß abwusch, dachte ich nicht ohne eine gewisse Genugtuung einmal mehr über die Vereinbarung nach, die ich mit Alina, meiner Frau, getroffen hatte. Eigentlich war es ja nicht ganz fair gewesen, was ich von ihr verlangt hatte. Andererseits hatte sie damit angefangen. Wobei man, das heisst vor allem ich, der Ehrlichkeit halber zugeben sollte, dass Alina wirklich Recht gehabt hatte. Ich wusste ja selbst, dass ich seitdem ich vor knapp einem Jahr den neuen Bürojob angenommen hatte, fast 25 Kilogramm zugenommen hatte. Das ständige Sitzen im Büro, überhaupt die vielen Überstunden, die ich in der Zeit gemacht hatte, hatten sich recht negativ auf das Pensum meiner sportlichen Aktivitäten in der wenigen Freizeit, die mir noch verblieben war, ausgewirkt. Zugleich war ich aber auch schon immer ein guter Esser gewesen, und so war es nicht wirklich verwunderlich gewesen, dass ich nach und nach einen ordentlichen Bauch entwickelt hatte. Eigentlich hatte mich das aber nicht so sehr gestört – jedenfalls nicht, bis Alina mir irgendwann erklärte, dass ich ihr früher besser gefallen hätte. Ich war deswegen schon ein wenig überrascht gewesen, weil sie vorher nie auch nur das Geringste in der Richtung angedeutet hatte. Gleichzeitig war ich aber auch enttäuscht gewesen, nachdem sie mir mehr und mehr zu verstehen gegeben hatte, dass sie von mir erwartete, wieder abzunehmen. Ich empfand das als ziemlich oberflächlich. Es hatte einen ordentlichen Streit deswegen gegeben. Ich war der Ansicht gewesen, dass es ja wohl meine Sache war, ob und wann ich wieder abnehmen würde. Sie war anderer Meinung, weswegen der Streit andauerte. Schlussendlich habe ich dann "nachgegeben", indem ich meine eigene Forderung an sie stellte. Für jedes Kilo, das ich ihrer Meinung nach abnehmen sollte, musste sie eines zulegen. Aus der Entfernung betrachtet vielleicht eine fast schon unverschämte Forderung, aber in dem Moment, als sich sie aussprach, war ich noch vom Streit erhitzt gewesen und fühlte mich verletzt wegen einiger Worte, die sie im Verlauf des Streites gesagt hatte. Da schien es mir nur recht und billig, so etwas von ihr zu verlangen. Wenn wir uns dann in der Mitte treffen würden, dann würde alles passen. So hatte ich mir die Sache jedenfalls gedacht. Alina dagegen hatte mir erst einen Blick zugeworfen, der wütender nicht hätte sein können, dann aber das Zimmer ohne ein weiteres Wort zu sagen verlassen. Erst zwei Stunden später gesellte sie sich wieder zu mir ins Wohnzimmer und auf die Couch, wo wir uns wieder versöhnten und sie tatsächlich auf meinen Vorschlag einging. Warum sie das letzten Endes getan hatte, weiß ich bis heute nicht mit völliger Sicherheit. Fakt ist aber, dass ich schon immer etwas rundere Frauen bevorzugt hatte und Alina mir eigentlich schon immer zu schlank gewesen war. Doch wenn man jemanden gern hatte, dann war so etwas eher nebensächlich. Trotzdem war ich insgeheim höchst erfreut darüber, dass Alina nun ein paar Pfunde zulegen würde. Ich hatte es sogar selbst in der Hand, wie viel sie zunehmen würde, und dass ich selbst dabei wieder mehr für meine eigene Figur tat, war vielleicht nicht das Schlechteste.

In den beiden Monaten, die folgten, zeigte sich dann allerdings ein Problem, mit dem wir so nicht gerechnet hatten: Alina tat sich erheblich schwerer damit, zuzunehmen, als ich damit, abzunehmen. Ich ging regelmäßig joggen und achtete einfach ein wenig mehr darauf, was ich zu mir nahm. So purzelten die Pfunde ziemlich rasch. Alina andererseits… sie war nie eine große Esserin gewesen, ganz im Gegensatz zu mir. Sie musste sich also erst einmal daran gewöhnen, größere Portionen und auch ab und zu kleine Snacks zwischen den Mahlzeiten einzunehmen. Das Hauptproblem war aber, das Alina ganz offensichtlich eine sehr gute Futterverwerterin war, denn auch wenn sie jetzt mehr aß als früher, so nahm sie nur sehr langsam zu. Ich hatte in den letzten zwei Monaten fast zehn Kilogramm abgenommen. Alina andererseits hatte es nur geschafft, sich gerade einmal fünf Kilogramm anzufressen. So unschön diese Formulierung auch klingen mochte, besser ließ sich nicht beschreiben, was Alina vor allem während unserer gemeinsamen Abendessen veranstaltete. Alina und ich wechselten uns mit dem Kochen jeden Tag ab, aber egal wer von uns was auch immer zubereitete, Alina langte immer zu als habe sie seit Ewigkeiten nichts mehr gegessen. Noch vor wenigen Wochen hatte ihr eine kleine Portion gereicht, doch seit kurzem brauchte es mindestens zwei oder sogar drei bis zum Rand befüllte Teller, ehe sie ihr Mahl beenden würde. Manchmal mochte man fast glauben, es gefiel ihr derart viel zu essen. Aber das war natürlich nur Wunschdenken meinerseits, tatsächlich war sie wohl nur wegen unserer Abmachung gewillt, derart reinzuhauen. In jedem Fall aber endete das Abendessen seit einiger Zeit immer auf dieselbe Art und Weise: irgendwann war Alina einfach zu voll, als dass sie auch nur einen weiteren Bissen hinunter brachte. Dieser Moment kündigte sich meistens einige Minuten, bevor es dann tatsächlich so weit war, dadurch an, dass Alina immer langsamer aß und man ihr richtiggehend ansah, wie unwohl sie sich wegen des übermäßigen Essens zu fühlen begann. Kurz darauf würde sie dann das Besteck beiseite legen und sich satt in ihrem Stuhl zurücklehnen, noch einige Minuten wortlos verdauen und schließlich aufstehen. Anschließend watschelte sie immer wie eine gestopfte Gans ins Wohnzimmer, wo sie bis wir zu Bett gingen nur auf der Couch lag und sich von der Fresserei erholte. Ich weiß nicht, ob es Alina auffiel, doch es gefiel mir unheimlich gut, wie sie beinahe jeden Abend so neben mir auf der Couch lag. Manchmal bekam ich sogar die unmittelbaren Folgen der vorangegangenen Völlerei zu sehen, dann nämlich, wenn Alina ihre Hose geöffnet hatte, um ihrem aufgrund der übermäßigen Nahrungsaufnahme prall gefüllten Bauch etwas mehr Freiraum zu verschaffen.

Ich war gerade aus der Dusche gestiegen und hatte mich abgetrocknet und mir die Haare geföhnt, da hörte ich, wie Alina nach Hause kam. Üblicherweise war sie vor mir zurück, aber heute hatte ich einen freien Tag gehabt und hatte so das Haus gar nicht erst verlassen müssen. Das heisst, abgesehen von meinem Training, das ich nun wieder regelmäßig absolvierte und heute erst am Nachmittag eingelegt hatte. An den anderen Tagen lief ich meine zehn Kilometer noch bevor ich in die Arbeit ging. Was mir offenbar recht gut bekam, denn seit ich damit begonnen hatte, fühlte ich mich als hätte ich wesentlich mehr Energie, die ich in meinem Job durchaus gebrauchen konnte. Jedenfalls ging ich nach unten und sah, wie Alina gerade die Schuhe auszog. Sie erblickte mich und ich stieg die letzten Stufen der Treppe hinab, wo wir uns zur Begrüßung umarmten. Alina ließ mich wissen, dass sie ebenfalls schnell duschen wollte, und so entließ ich sie wieder aus meinen Armen. Ich hatte selbst noch zu tun, bis Alina mit allem fertig sein würde, denn heute war es wieder an mir, das Abendessen zu zubereiten. Ich ging also in die Küche und nahm das Hackfleisch aus der Auftauschale, in die ich es heute morgen gelegt hatte und begann mit der Zubereitung des Hackbratens. Das dauerte nicht lange, umso länger aber würde der Braten im Ofen brauchen. Aber so wie ich Alina kannte, würde sie nicht sehr viel früher aus dem Bad kommen als ich den dann fertigen Braten aus der Röhre nehmen könnte.

Mit dieser Annahme sollte ich Recht behalten, erst knapp zwei Stunden später saßen wir einander gegenüber und begannen zu essen. Ich hatte in der Zwischenzeit noch Unmengen Kartoffelbrei und eine fette Soße für den Braten gekocht, und zuletzt hatte ich auch noch einige Scheiben Brot abgeschnitten, so dass der Tisch wie beinahe jeden Abend mehr als reichlich gedeckt war. Der Braten sah überaus lecker aus und zusammen mit der Soße entwickelte er einen Geruch, der uns beiden das Wasser im Munde zusammenlaufen ließ. Eigentlich eine Ironie, dass ich von dem von mir zubereiteten Essen nicht all zuviel abbekommen würde. Ich musste schließlich auf meine Ernährung achten, und das, was ich heute wieder vorbereitet hatte, hatte bei weitem zu viele Kalorien für die Diät, die ich gerade hielt. Andererseits bedeutete das natürlich, dass Alina wieder deutlich mehr zu sich nehmen würde bzw. musste. Genau das tat Alina auch in der nächsten knappen Dreiviertelstunde. Während ich mich mit einer – zugegebenermaßen üppigen – Portion begnügte, nahm Alina sich zweimal von sich aus Nachschlag und ein drittes Mal auf meine Bitte hin, obwohl sie zu diesem Zeitpunkt bereits einen ziemlich übersättigten Eindruck auf mich machte. Aber da sie sich nun seit einiger Zeit "im Training" befand was das Essen größerer Mengen anging, bestand ich darauf und so aß sie auch dann noch tapfer weiter. Während des Abendessens unterhielten wir uns wie sonst auch über die üblichen Dinge – etwa was es interessantes von unseren Jobs zu berichten gab. Heute hatte zwar nur Alina diesbezüglich etwas zu erzählen, aber das hinderte die Unterhaltung dennoch nicht. Ich wusste mittlerweile, dass Alina mehr essen würde, wenn sie abgelenkt wurde. Aber nachdem sie insgesamt vier große Portionen des Bratens mitsamt einer nicht zu vernachlässigenden Menge Kartoffelbrei geschafft hatte, musste sie schließlich aufgeben. Wie üblich blieb sie auch heute noch eine Weile sitzen und versuchte, dem zweifellos aufgekommenen Völlegefühl beizukommen. Erst einige Minuten später stand sie auf und trottete übersatt ins Wohnzimmer. Während sie sich dort vom Fernsehprogramm berieseln ließ und auf mich wartete, deckte ich rasch den Tisch ab, gab das schmutzige Geschirr in die Spülmaschine und machte noch die Küche sauber. Nachdem ich mit allem fertig war, ging auch ich ins Wohnzimmer und setzte mich neben meine Frau. Wie in den letzten Wochen schon öfter vorgekommen hatte sie wieder einmal ihre Jeans öffnen müssen, nachdem ihr Bauch aufgrund des eigentlich zu üppigen Abendessens nicht mehr so richtig hinein passen wollte. Es war schon erstaunlich, wie viel Alina essen konnte. Immer wieder gelang es ihr, mich damit zu beeindrucken, obwohl ich es mittlerweile eigentlich hätte wissen müssen. Denn insofern hatte der heutige Abend sich nicht anders dargestellt als nahezu jeder Abend in den letzten Wochen. Meine kleine Frau hatte sich zu einem richtigen Vielfraß entwickelt. Bei dem Gedanken konnte ich mir ein Schmunzeln nicht verkneifen.

Und trotzdem nahm Alina einfach nicht in gleichem Maße zu wie ich ab. Eigentlich blieb es sich aber gleich, ob sie genau so schnell zunahm wie ich ab oder ob sie die Pfunde mit etwas Verzögerung auf ihre Rippen packen würde. Wir würden wohl einfach noch ein bisschen warten müssen…

* * *

Mit der Zeit begann ich mich immer mehr zu fragen, warum Alina irgendwann nicht einmal mehr wenigstens langsam zulegte, sondern schlicht und einfach ihr Gewicht hielt. Seit fast fünf Wochen hatte sie kein Gramm mehr zugenommen, obwohl sie nach wie vor jeden Abend derartige Mengen vertilgte. Seit wir mit "unserer Diät" begonnen hatten, hatte ich nun ganze fünfzehn Kilogramm verloren, während Alina derer nach wie vor nur fünf zugenommen hatte. Ich konnte mir einfach keinen Reim darauf machen, wo das Problem lag. Eigentlich konnte es nur daran liegen, dass Alina immer noch zu wenig aß. Aber das schien mir ein unhaltbarer Vorwurf zu sein. Wie auch hätte ich ihn ihr machen können, wo ich doch jeden Abend Zeuge von ihrer Fresslust wurde?

Ich hatte mich bereits damit abgefunden, dass Alina wohl nie eine so kurvige Figur haben würde, wie ich es mir wünschte. Ich wollte daraus jedoch keine große Sache machen, schließlich waren wir auch vorher zufrieden gewesen. Ein bisschen mehr wäre natürlich schön gewesen, aber vielleicht sollte es einfach nicht sein. Also beließ ich es dabei.

Vorerst jedenfalls. Denn eine Woche später kam ich dann doch dahinter, warum Alina es trotz allem schaffte, sich ihre Figur zu bewahren.

Ich war an diesem Tag etwas früher als üblich von der Arbeit nach Hause gefahren und war bereits zu Hause, wo ich auf Alina wartete und auch schon damit begonnen hatte, wieder einmal das Abendessen zuzubereiten. Auch wenn sich seit einiger Zeit keinerlei Gewichtszunahme mehr bei Alina zeigte, so hatten wir unseren Versuch trotzdem noch nicht aufgegeben. Ich vermutete, dass es nur noch eine Frage der Zeit war, bis entweder ich oder – eher wahrscheinlich – sie selbst die Sache beenden würde. Bis dahin aber wollte ich wenigstens die wenigstens kurzzeitigen Erfolge von Alina’s Fresserei auskosten. Alina wusste mittlerweile, welche Wirkung sie nach einem üppigen Essen auf mich hatte, und auch wenn sie zumindest am Anfang weniger davon angetan gewesen war, so kam es nun nicht selten vor, dass wir danach statt ins Wohnzimmer auf die Couch ins Schlafzimmer und ins Bett gingen. Jedenfalls, ich hatte mich darauf eingestellt, dass selbst diese kleine Freude sich nicht mehr all zu oft wiederholen würde.

Ich hatte gerade den Reis in die Pfanne gegeben, als ich draussen ein Auto vorfahren hörte. Neugierig geworden ging ich zum Fenster und zog den Vorhang so weit zur Seite, dass ich nach ungehindert nach draussen blicken konnte. Ein schwarzer Mazda stand in der Einfahrt, der Motor lief noch. Ich kannte den Wagen, er gehörte Beate, einer Arbeitskollegin und guten Freundin meiner Frau. Dann wurde die Beifahrertür geöffnet und ich konnte sehen, wie Alina aus dem Wagen stieg und sich verabschiedete. Sie ging um den Wagen herum und öffnete den Kofferraum, nahm ihre Tasche heraus und warf die Klappe wieder zu. Dann trat sie einen Schritt zur Seite, so dass Beate aus der Einfahrt zurück auf die Straße fahren konnte. Sie verabschiedete sich mit einem Hupen und Alina machte sich auf den Weg zur Haustür. In dem Moment fiel mir auf, dass meine Frau zwei Taschen trug. Mit der rechten Hand hielt ihre Tragetasche, in der sie alles aufbewahrte, das sie an ihrem Arbeitsplatz benötigte. Und mit der linken Hand trug sie eine… Sporttasche. Ich warf einen weiteren Blick darauf, um mich zu vergewissern, aber es bestand kein Zweifel. Immerhin hatte ich ihr die Tasche vor zwei Jahren selbst zum Geburtstag geschenkt, weil Alina damals ziemlich häufig Squash gespielt hatte. Auch jetzt ragte der Griff des für das Spiel benötigten Schlägers aus der Tasche, und mit einem Mal dämmerte mir, weshalb Alina es geschafft haben mochte, ihr Gewicht zu halten. Wenn meine Vermutung allerdings richtig war, dann hatte sie sich nicht nur entgegen unserer Abmachung verhalten, sondern sie hatte mich auch angelogen. Ich merkte, wie sich Ärger in mir breit machte.

Doch ich wollte nichts überstürzen, und so ging ich zunächst zurück an den Herd und tat, als hätte ich nichts gesehen. Alina öffnete die Haustür und trat ein, dann hörte ich wie sie den Schrank in der Garderobe öffnete und etwas hineinstellte. Anschließend zog sie wohl ihre Schuhe aus, dann kam sie zu mir in die Küche.

"Ach, du bist aber heute früh da…" meinte sie etwas überrascht, lächelte mich aber fröhlich an und gab mir zur Begrüßung einen Kuss auf den Mund. Dann warf sie einen Blick auf das, was ich kochte und meinte: "Lange dauert es nicht mehr, nicht wahr? Bis das Essen fertig ist, meine ich." Ich schüttelte zur Verneinung den Kopf. "Gut, dann will ich mich noch schnell umziehen." Damit machte sie kehrt und ging nach oben.

Kaum dass sie die Küche verlassen hatte, machte ich mich auf den Weg zum Telefon und wählte mit der Kurzwahltaste die Nummer von Beate’s Handy an. Sie meldete sich mit einem freundlichen "Ja?", und ich grüßte zurück. Ob sie wisse, wo Alina sei, ich würde heute wohl ein wenig später nach Hause kommen und hatte sie nicht mehr in der Arbeit erreicht, um ihr dass zu sagen. Alles in allem ein plumper Vorwand, um Beate anzurufen, schließlich hätte ich Alina genauso gut auf ihrem eigenen Handy erreichen können. Aber Beate schöpfte keinen Verdacht, sondern sie gab mir die erwartete Auskunft.

"Versuch’s mal bei euch zu Hause, ich hab’ Alina grad dort abgesetzt. Wir waren noch im Sportcenter, und dann hab’ ich sie gleich nach Hause gefahren. Liegt ja auf dem Weg."

Ich bedankte mich für die Information und meinte, dass ich es dann dort versuchen würde. Dann verabschiedete ich mich und legte auf.

"So ist das also…" sagte ich zu mir selbst, dann ging ich in die Garderobe, um das Beweisstück aus dem Schrank dort zu holen. Auch dieses Mal hatte ich richtig gelegen, Alina hatte die Tasche einfach in den Schrank gestellt und nach hinten geschoben, so dass sie mir unter normalen Umständen nicht gleich – wahrscheinlich sogar überhaupt nicht – aufgefallen wäre. Ich nahm die Sporttasche heraus, dann marschierte ich nach oben ins Schlafzimmer, wo Alina gerade dabei war, sich umzuziehen. Ich stellte die Tasche wortlos auf das Bett und sie warf mir einen überraschten Blick zu, konnte aber nicht ganz verbergen, dass ich sie da wohl bei irgend etwas ertappt hatte. Trotzdem versuchte sie erst, sich aus der Sache heraus zu reden.

"Warum bringst du die Tasche hier rauf? Was ist damit?" fragte sie mich unschuldig.

"Ich denke, du weißt warum." antwortete ich ruhig. Ich war selbst ein wenig überrascht, denn vorhin war mein erstes Gefühl ganz anders gewesen – Wut. Jetzt aber war es dem der Enttäuschung gewichen. Enttäuschung darüber, dass ich ihr umsonst vertraut hatte. Alina wusste genau, wie wichtig es mir war, dass man Versprechen einhielt, denn das gehörte einfach dazu, wenn man wollte, dass man jemandem vertraute. Ich brauchte gar nichts zu sagen, offenbar empfand Alina mein Schweigen als viel schlimmer. Und sie konnte wohl auch in meinen Augen sehen, dass ich alles andere als glücklich war.

"Hör’ mal…," begann sie, "ich musste doch was tun. Ich kann mich doch nicht einfach so mästen, nur weil es dir so passt." Nachdem sie das gesagt hatte, sog sie erschrocken die Luft ein, so als habe sie gemerkt, dass sie die Situation mit dem Satz nicht unbedingt günstiger gestaltet hatte.

"Wie lange geht das schon?" fragte ich nach einigen Sekunden.

"Eineinhalb Monate." gestand sie mir.

Ich nickte. Ich hatte keine große Lust, noch weiter zu reden. Sie erklärte mir trotzdem noch einmal, warum sie es getan hatte – als ob ich es nicht schon beim ersten Mal verstanden hätte. Dass sie am Anfang nur zwei Stunden am Tag im Sportcenter gewesen war, mittlerweile jeden Tag fast vier Stunden, damit sie es schaffte, all die aufgenommenen Kalorien auch wirklich wieder zu verbrennen. Dabei wunderte ich mich nur, wie sie das in Einklang mit ihrer Arbeitszeit bringen konnte. Dass sie gleichzeitig auf das Mittagessen in der Kantine verzichtet hatte. Schließlich auch die Snacks ausfallen hatte lassen. Nur noch eine Kleinigkeit frühstückte, wenn überhaupt. Mir war das im Moment alles egal.

Ich konnte durchaus verstehen, warum sie es gemacht hatte. Was mich aber störte und was ich nicht verstehen konnte war, dass sie einfach nicht ehrlich gewesen war. Hätte sie von Anfang an gesagt, dass sie es doch nicht machen wolle. Oder wenn sie nach einer Weile zugegeben hätte, dass sie es sich anders überlegt habe. Ich wäre zwar nicht glücklich gewesen. Aber ich hätte es verstanden, und es hätte mir nichts ausgemacht. So aber… wir hatten eine Vereinbarung getroffen, und ich hatte ihr geglaubt, ihr vertraut, weil sie es mir versprochen hatte. Sie hatte ihr Versprechen gebrochen und mich angelogen. Und das machte mir etwas aus. Sehr viel sogar.

An diesem Tag war das Abendessen zum ersten Mal seit vielen Wochen wieder anders. Alina aß nur eine, nicht einmal besonders große Portion. Auch ich hatte nicht besonders viel Appetit, und so blieb ziemlich viel übrig, das ich später in den Müll warf. Wir unterhielten uns auch nicht, während wir aßen, ja ich blickte sie nicht einmal an. Obwohl ich genau merkte, wie unangenehm ihr die Situation war und wie gerne sie es mir noch einmal erklärt und sich dafür entschuldigt hätte. Wir gingen an diesem Abend früh zu Bett.

In den nächsten beiden Tagen war erstmal Funkstille zwischen Alina und mir. Ich glaube, ihr war die Situation mindestens genauso unangenehm wie mir selbst, aber immerhin trug sie einen nicht unerheblichen Teil der Schuld daran. Trotzdem, bislang hatten wir noch nie einen derartig großen Streit wortlos ausgetragen, und so kamen wir nicht besonders gut damit zurecht. Alina vielleicht noch weniger als ich. Meine Wut war längst verflogen gewesen, schließlich hatte ich sofort begriffen, warum sie es getan hatte. Aber weil sie mir nicht gleich von Anfang an die Wahrheit gesagt hatte, wollte ich abwarten und sehen, was sie tun würde. Es lag an ihr, den nächsten Schritt zu tun. Eigentlich rechnete ich damit, dass sie irgendwann in den nächsten Tagen auf mich zukommen und noch einmal in Ruhe über alles reden wollte. Mehr verlangte ich gar nicht, dafür liebte ich sie zu sehr. Alina tat aber etwas, womit ich so nicht gerechnet hatte.

* * *

Am Samstag, drei Tage nach unserem Streit wachte ich kurz nach neun auf. Alina war schon auf und offensichtlich gerade im Bad. Müde rieb ich mir die Augen und setzte mich wenige Augenblicke später auf. Ich gähnte einmal, um meinen Kreislauf in Schwung zu bringen, dann stieg ich aus dem Bett und zog die Jalousien hoch. Anschließend zog ich meinen Schlafanzug aus und wartete, bis Alina das Bad verließ. Ich brauchte nicht lange zu warten, dann kam sie aus dem Bad, lächelte mich im Vorbeigehen flüchtig an und wünschte mir ein knappes "Morgen.". Ich murmelte dasselbe zurück, dann ging ich ins Bad und rasierte und wusch mich. Zuletzt kämmte ich mein Haar, dann ging ich zurück ins Schlafzimmer um mich an zuziehen. Alina war bereits nach unten gegangen, und nachdem ich in Jeans und Shirt geschlüpft war, folgte ich ihr.

Unten stieg mir bereits der Geruch von frisch aufgebrühtem Kaffee in die Nase. Als ich die Küche betrat konnte ich sehen, dass Alina bereits den Tisch gedeckt hatte und nur noch auf mich wartete. Ich setzte mich ihr gegenüber und sie schenkte mir eine Tasse Kaffee ein. Sie tat es sich gleich, und dann begannen wir zu frühstücken.

"Ich mache es." meinte sie nach einigen Augenblicken unvermittelt. Es war der erste, vollständige Satz, den wir seit ein paar Tagen wechselten.

"Was machst du?" blickte ich sie fragend an.

"Zunehmen." antwortete sie knapp und blickte mich an, so als erwarte sie eine Reaktion. Als ich nichts sagte, da sprach sie weiter: "Also, hör’ mal… ich weiß, dass ich dir von Anfang an bescheid sagen hätte sollen. Aber sieh’ mal, du musst mich auch verstehen. Was du da von mir verlangt hast, das war ja auch ein bisschen… ungewöhnlich."

"Warum hast du dann zuerst ja gesagt?" wollte ich wissen. "Und woher kommt dieser plötzliche Sinneswandel?"

Alina strich sich verlegen durchs Haar. "Naja, du wolltest damals ja nicht nachgeben."

Das stimmte, beantwortete aber nicht beide meiner Fragen. "Und?" meinte ich.

"Und ich will es wieder gut machen." erklärte sie.

"Wieder gut machen?" Ich legte nachdenklich meine Stirn in Falten. "Hör’ mal Alina, du musst es nicht wieder gut machen. Es reicht mir schon, wenn du ehrlich zu mir bist. Wenn du nicht zunehmen willst, dann ist es ok."

Alina lächelte mich erleichtert an. Dann sagte sie etwas, was mich ziemlich überraschte.

"Ich will es aber."

* * *

In den nächsten Tagen nahm Alina ihre "Diät" tatsächlich wieder auf. Ich war zuerst ziemlich überrascht, doch anscheinend meinte sie es dieses Mal wirklich ernst. Gerade am Anfang war ich noch skeptisch, vor allem weil ich an dem Wochenende, an dem Alina mir ihren Entschluss mitgeteilt hatte, wirklich nicht damit gerechnet hatte, dass sie es auf ihren eigenen Wunsch hin tat. Ich hielt es durchaus für möglich, dass sie einfach wegen ihres schlechten Gewissens mir gegenüber alles daran setzte, mich zu besänftigen. Damit lag ich jedoch gründlich daneben. Natürlich, ich müsste lügen wenn ich behauptete, dass mir das Wochenende, das ihrem Entschluss folgte, nicht verdammt gut gefallen hätte. Alina hatte fast das ganze Wochenende wie eine Verrückte gefressen, solange, bis sie an beiden Abenden völlig erschöpft ins Bett gefallen war und sich wegen ihres dermaßen vollgestopften Bauches nicht ein Stück mehr bewegen wollte und auch nicht so richtig konnte. Sogar unser Liebesspiel schien ihr nicht so viel Spaß zu machen wie sonst, weil es einfach zu anstrengend für sie war. Und so erwartete ich eigentlich, dass sie ihren Entschluss spätestens am Montag überdenken und allerspätestens am Dienstag über den Haufen werfen würde.

Doch Alina tat nichts dergleichen. Im Gegenteil, in den kommenden Tagen wurde mir ganz allmählich klar, dass Alina es dieses Mal ernst meinte. Alina schien zu merken, dass ich dem Frieden nicht traute, und sie setzte wirklich alles daran, mich von der Ernsthaftigkeit ihre Vorhabens zu überzeugen. Nicht nur, dass sie es mir immer und immer wieder erklärte, sie gab sich redlich Mühe, jedes Mal ein bisschen mehr zu essen als beim Mal davor. Irgendwann begriff ich tatsächlich, warum sie ihre Meinung letzten Endes so geändert hatte. Offenbar hatte Alina sich genau wie von mir vermutet zu einem kleinen Vielfraß entwickelt. Nicht nur, dass sie sich daran gewöhnt hatte, regelmäßig deutlich mehr als sie eigentlich durfte zu essen. Es machte ihr tatsächlich Spaß, sich bis zum Anschlag zu überfressen und anschließend das Gefühl dieser absoluten Sattheit auszukosten. Daneben aber war sie zu dem Entschluss gekommen, dass ein paar Pfunde mehr nicht wirklich schlimm wären und auch nicht schaden würden. "Du gibst dir so viel Mühe, für mich attraktiv zu sein." hatte sie mir gesagt. "Warum sollte ich nicht das gleiche für dich tun?" Meinen Einwand, dass ich sie auch so attraktiv fand, ließ sie nicht gelten. "Attraktiv ja. Aber wo liegt das Problem, wenn ich noch attraktiver wäre?" hatte sie gefragt. Ich wusste keine Antwort, weil sie Recht hatte.

So kam es, dass wir beide in den nächsten Wochen unsere Diät durchzogen. Ich hatte längst das mir gesetzte Ziel erreicht und passte tatsächlich wieder in alle meine alten Hosen. Kein Hemd spannte mehr, und nachdem ich seit kurzem auch meine Muskeln in genau dem Sportcenter trainierte, in dem Alina früher ihre Kalorien verbrannt hatte, nahm allmählich mein ganzer Körper wieder eine überaus sportliche Form an. Es stimmte mich auch durchaus zufrieden, wenn ich sah, dass das offensichtlich ganz nach Alina’s Geschmack war. Das Gewicht meiner Frau auf der anderen Seite entwickelte sich genau in die entgegengesetzte Richtung. Es fiel ihr nach wie vor nicht ganz leicht, zu zunehmen, aber immerhin tat sie nun nichts mehr dagegen. Schon bald waren aus den fünf zusätzlichen Kilos erst sieben, dann zehn, dann zwölf geworden. Ihr ehemals flacher Bauch hatte sich zu einem kleinen Bäuchlein entwickelt, das ständig von einer süßen Speckschicht überzogen war. Einige der Pfunde hatten sich an ihren Hüften und am Po abgelagert, so dass Alina jetzt ohne weiteres von sich behaupten konnte, eine wahrhaft weibliche Figur zu haben. Nicht zuletzt, weil auch ihre Brüste von der Diät profitierten. Schon bald jedenfalls schienen Alina sämtliche ihrer Sachen zu klein geworden zu sein. Ihre Hosen und Blusen spannten, und in manche ihrer kurzen Röcke kam sie nur mit viel Mühe hinein – Reissverschluss oder Knopf waren aber auch dann nicht zu schließen.

Natürlich blieb unsere Entwicklung nicht unentdeckt. Es war ein seltsames Gefühl, selbst ständig Komplimente für meine wiedererlangte Sportlerstatur zu bekommen, wenn Alina gleichzeitig derer welche kaum zuteil wurden. Dafür nahm gerade die Tuschelei hinter ihrem Rücken zu, wie sie sich denn nur so gehen lassen konnte. Alina sah darüber nicht nur hinweg, stattdessen freute sie sich heimlich, dass sie in mir einen Bewunderer hatte, der ihr mehr bedeutete als all diejenigen zusammen, die nicht den Mut aufbrachten, jemandem ihre Meinung ins Gesicht zu sagen. Und in unserem eigentlichen Freundeskreis nahm man das Ganze sowieso viel lockerer. Wenn man sich länger und wirklich kannte, dann sprach man das Thema vielleicht einmal an. Natürlich war der eine oder die andere zumindest erstaunt, wenn Alina dann erklärte, sich pudelwohl zu fühlen. Doch dabei beließ man es dann auch. Es war eben einfach nicht so wichtig.

* * *

Einige Wochen später stand ich abends gerade wieder einmal vor dem Spiegel und betrachtete stolz meinen gestählten Körper. Gut, das war vielleicht übertrieben. Ich konnte keineswegs mit irgendeinem dieser Hollywood-Schönlinge mithalten. Dafür sah ich zu gut aus. Das gleiche galt für meine Frau, die gerade aus dem Badezimmer kam. Sie war nackt und hatte nur ein Handtuch um ihren kurvenreichen Körper gewickelt, nachdem sie gerade ein Bad genommen und ihre Haare geföhnt hatte. Dass ihr ganzer Körper unter dem Handtuch mittlerweile von einer weichen Speckschicht überzogen war, hinderte mich nicht im Geringsten daran, diese Feststellung zu tätigen. Schenkte man den Aussagen irgendwelcher Modedesigner, deren Kollektion sich abgesehen von den Bohnenstangen, die sie vorführten, für niemanden sonst auf diesem Planeten eignete, Glauben, so war Alina… verbesserungsbedürftig. In meinen Augen aber war sie die schönste Frau der Welt. Diese Überzeugung stand mir offenbar ins Gesicht geschrieben, denn sie lachte mich fröhlich an und blinzelte mir neckisch zu, als sie ins Schlafzimmer trat.

"Na, hast du Lust auf Nachtisch?" meinte sie und setzte eine unschuldige Miene auf.

Selbstverständlich hatte ich Lust, also ging ich die beiden Schritte zu ihr hinüber und wollte gerade meine Arme um sie legen und damit beginnen, sie zu streicheln und zu küssen. Sie ließ mich nicht gewähren, stattdessen schob sie mich sanft mit einer Hand von sich. Ich blickte sie fragend an.

"Ich meine doch nicht so einen Nachtisch… Dummerchen." Sie lächelte immer noch. Dann zog sie mit einer kaum wahrnehmbaren Bewegung das Handtuch von ihrem Körper, ließ es achtlos zu Boden fallen und stand nun völlig nackt vor mir. Ihr Lächeln wurde noch breiter, während sie mich von oben bis unten – ganz langsam und damit auch über meine Lendengegend hinweg – musterte. Als ob der Anblick ihres geschwungenen Körpers nicht schon genug für mich gewesen wäre, fasste sie nun mit der linken Hand an ihren Bauch und streichelte sanft über die Speckschicht, die sich dort in den letzten Wochen gebildet hatte. "Ich dachte mehr an etwas Süßes."

Mein Blick wandelte sich jetzt wieder von Überraschtsein hin zu Verblüfftsein. Vor nicht einmal einer Stunde hatten wir zu Abend gegessen, Alina natürlich deutlich mehr als ich. Und das sah man ihr auch an, denn obwohl sie nicht mehr ganz schlank war, rundete sich ihr Bäuchlein in Magenhöhe immer noch deutlich ob all dessen, was sie vorhin dort hinein gestopft hatte. Es hatte zwar nur eine Fischpfanne mit jeder Menge Reis gegeben, doch so viel wie Alina davon gegessen hatte, hätte sie eigentlich immer noch pappsatt sein müssen. Wahrscheinlich war sie dass sogar, doch neuerdings gefiel es ihr, sich in solchen Momenten erst recht noch ein wenig mehr zu mästen. Erst wenn sie so voll war, dass der nächste Bissen unweigerlich entweder zum Platzen ihres Magens oder wenigstens zu einer unangenehmen Übelkeit führen würde, erst dann schien sie zufrieden zu sein. Und so wie sie nun vor mir stand und mich bat, einen Nachtisch zu besorgen, schien sie diesen Punkt noch nicht erreicht zu haben.

Ich wurde also nach unten geschickt um "etwas Süßes" zu besorgen. Das war nicht sehr schwer, wir hatten seit einiger Zeit immer irgendetwas zu naschen zuhause, schließlich gehörte das irgendwie zu der Art Diät, die Alina hielt, mit dazu. Als erstes nahm ich eine Packung Pralinen aus der Schublade, dann überlegte ich kurz, legte aber die Packung von Kekse mit Schokoladenüberzug doch wieder zurück. Ich nahm stattdessen noch vier Puddings aus dem Kühlschrank, zwei mit Vanille- und zwei mit Schokoladengeschmack. Natürlich war das mehr als Alina schaffen würde, aber man konnte ja nie wissen. Noch rasch einen Löffel aus einer anderen Schublade gegriffen, und schon war ich wieder auf dem Weg nach oben.

Alina hatte sich im Schneidersitz aufs Bett gesetzt und lehnte mit ihrem Rücken am Rahmen am Kopfende desselben. Ihre Finger spielten verführerisch mit den drei kleinen Speckröllchen, die ihr Bauch in dieser Sitzhaltung formte. Alina erwartete mich bereits, als ich das Schlafzimmer betrat. Sie deutete mir, mich ihr gegenüber zu setzen, was ich natürlich ohne lange zu zögern tat.

"Was hast du mir denn Leckeres mitgebracht?" fragte sie mich neugierig und ich zeigte ihr meine Beute. Das Lächeln in ihrem Gesicht wurde noch breiter, dann nahm sie mir den Löffel aus der Hand und griff sich einen der Puddingbecher. Sie zog den Aluminiumverschluss ab und begann damit, die süße Masse ganz langsam auf zuessen. Ich saß nur da und beobachtete sie zwei Minuten schweigend, ehe sie mich wieder anblickte. "Na, was ist, willst du mir nicht ein bisschen helfen?"

Ich wusste nicht wie, schließlich hatte sie mir den Löffel genommen und ließ mich nur zusehen, wie sie vor sich hin schlemmte. Alina machte eine kurze Pause, nachdem sie den Becher geleert hatte, dann stellte sie ihn beiseite und deutete mir dann, mich an ihre rechte Seite zu setzen. Ich tat es, und sie griff schon nach dem zweiten Becher.

"Gut," meinte sie, "während ich weiter esse, kannst du mir ein bisschen den Bauch massieren." Damit nahm sie meine Hand und legte sie in Magenhöhe auf ihre gerundete Körpermitte. Ich konnte sofort spüren, wie prall ihr Magen nach dem Abendessen immer noch war. Wenn ich daran dachte, dass sie jetzt auch noch einen Pudding dort hinein befördert hatte und auch danach immer noch nicht Schluss sein sollte…

Während Alina weiter aß, streichelte und massierte ich ganz sanft ihren Bauch und spielte mit den kleinen Speckröllchen. Früher hätte Alina mich damit nie gewähren lassen, jetzt aber schien es ihr wirklich zu gefallen. Es war wohl in der Tat so gewesen, dass Alina innerlich einen Kampf ausgefochten hatte, nachdem ich sie zum ersten Mal darum gebeten hatte, zu zunehmen. Erst hatte sie sich gesträubt, aber sie hatte trotzdem jeden Abend wie eine Verrückte gefuttert. Eine Zeit lang hatte sie versucht, die überflüssigen Kalorien durch mehr Sport wieder zu verbrennen. Aber nachdem ich dahinter gekommen war, dass sie mich belogen hatte und sie danach erst einmal völlig auf ihre Fressorgien verzichtet hatte, da hatte sie wohl selbst gemerkt, dass ihr dieses maßlose Schlemmen doch tatsächlich gefallen hatte. So gut kannte ich meine Frau mittlerweile, wenn sie den Spaß an einer Sache entdeckt hatte, dann wollte sie ihn auch auskosten. und das tat sie nun schon eine ganze Weile, was man an der unübersehbaren Veränderung ihres Körpers mühelos erkennen konnte.

Wie dem auch war, je mehr von dem Pudding Alina verzehrte – sie hatte mittlerweile damit begonnen, den dritten Becher zu leeren – umso mehr hatte ich das Gefühl, dass ihr Magen sich nach jedem Schlucken noch ein wenig praller anfühlte. Obwohl Alina wirklich sehr langsam aß und jeden Löffel der süßen Masse genüsslich schmeckte, war es offensichtlich, dass ihr das Schlemmen immer schwerer fiel. Sie atmete ziemlich schwer und stöhnte ab und an leise, und ich war mir sicher, dass meine Streicheleinheiten für ihren Bauch nicht der einzige Grund dafür waren. Nachdem einige Minuten später auch der Inhalt des dritten Bechers bis auf einen winzigen Rest in Alina’s Bauch verschwunden war, schien sie schließlich zu satt zu sein, um noch mehr essen zu können. Sie stellte den Löffel in Becher und diesen zu den beiden vorher geleerten auf den Nachtisch an ihrer Seite des Bettes. Dann streckte sie vorsichtig erst ihre Beine aus und rutschte ein Stück auf dem Bett nach vorne, bis sie schließlich ganz auf dem Rücken lag. Der Schneidersitz war ihr nun wohl doch zu unbequem geworden.

Alina hatte die Augen geschlossen, aber ihrem Gesichtsausdruck nach zu schließen war mir klar, dass sie mit sich kämpfte, alles unten zu behalten. Wie in den letzten Wochen schon ein paar Mal geschehen hatte sie es auch heute wieder so weit getrieben, dass es fast zuviel geworden war. Selbst jetzt, da sie so auf dem Rücken lag, wölbte ihr Bauch sich dank ihrer Fressgier deutlich sichtbar. Man hätte sie fast für schwanger halten können.

Ich ließ Alina einige Minuten lang verdauen, während mein Blick auf ihrem wunderschönen Körper ruhte. Sie war wirklich unglaublich schön mit all ihren üppigen Kurven.

"Na, gefalle ich dir?" fragte sie mich etwas später und riss mich damit aus meiner gedankenlosen Bewunderung ihrer Schönheit. Ich nickte nur und gab ihr dann einen Kuss auf den Mund. Sie schmeckte nach Vanille, aber das störte mich nicht. Ich wollte gerade damit weitermachen, sie zu küssen und mich ganz langsam nach unten vor zuarbeiten, als sie mit ihrer linken Hand meine Schulter ergriff. Ich blickte sie an und sie schüttelte den Kopf.

"Hast du nicht ein paar Pralinen mitgebracht?" fragte sie und biss sich keck mit den Zähnen auf ihre Unterlippe.

Sie war wirklich unglaublich. Unglaublich verfressen. Und unglaublich schön. Mit diesem Wissen griff ich nach der Pralinenschachtel, öffnete sie und steckte Alina die erste Praline in den Mund. Dann die zweite. Schließlich die dritte. Und irgendwann war die Schachtel leer.

"Unglaublich," dachte ich noch einmal.

Leave a Reply