Katja – 2 – Meine Idee

Über eine Stunde habe ich alle möglichen Geschichten gelesen, d.h. vor allem die Kürzeren. Normalerweise bin ich nicht länger als ein paar Minuten im Internet, aber das hier war etwas völlig anderes. So ganz passte es zwar nicht zu dem, wonach ich gesucht hatte. Anscheinend ging es nicht wirklich ums Zunehmen. Aber trotzdem war ich fasziniert davon, was hier berichtet wurde.

Mittlerweile weiß ich, daß viele der Geschichten, die ich an diesem Abend gelesen habe, erfunden sind. Aber damals wusste ich es noch nicht, und deswegen war ich auch so begeistert davon. Ich war sogar so begeistert davon, daß ich es am liebsten gleich selbst ausprobieren wollte. Leider musste ich an dem Abend noch arbeiten. Ich war sowieso schon spät dran und nahm die Seite in meine Favoriten auf, bevor ich den Computer ausschaltete.

Erst tat ich so, als hätte ich mich noch nicht entschieden. Ich wollte mir alles nochmal gründlich durch den Kopf gehen lassen. Bestimmt war das nur irgendein Unfung, den sich irgendjemand ausgedacht hatte. Vielleicht wollte er sich auch über jemand anderen lustig machen. Das wollte ich aber nicht glauben. In Wahrheit hatte ich schon beschlossen, daß ich es versuchen würde. Wenn ich es schon nicht schaffte zuzunehmen, dann würde ich es wenigstens schaffen, einmal einen wirklich dicken Bauch zu haben.

So dachte ich mir das jedenfalls. Aber so ganz klappte es dann doch nicht.

Ein paar Tage später hatte ich alles geplant. Ich hatte mir eine ganze Packung Fischstäbchen gemacht und dazu vier große Kartoffeln. Ich wusste nicht, wieviel ich überhaupt essen konnte. Normalerweise machte ich mir vier oder höchstens fünf Fischstäbchen und aß zwei Kartoffeln dazu. Und dann war ich meistens richtig satt. Trotzdem nahm ich mir vor, alles aufzuessen.

Zur Einstimmung rief ich wieder die Seite auf und las mir noch einmal zwei kurze Geschichten durch. Ich hatte die Fischstäbchen und die Kartoffeln auf zwei Teller neben dem Computer getan, damit ich gleich beim Lesen essen konnte, was ich dann auch tat. Ich merkte aber schon bald, daß ich wahrscheinlich nicht alles schaffen würde. Ich hatte ungefähr die Hälfte gegessen, als ich satt war. Zwei weitere Fischstäbchen später war mir schlecht. Ich machte eine Pause. Ich las noch ein bisschen weiter, bevor ich versuchte, auch den Rest noch aufzuessen. Aber ich schaffte nicht alles, eine Kartoffel und zwei Fischstäbchen blieben übrig.

Ich war ziemlich enttäuscht, daß ich nur so wenig essen konnte. Ein bisschen mehr hatte ich mir schon zugetraut. Stattdessen war ich jetzt voll und mir war schlecht. Und mein Bauch war kein Stück dicker als sonst. Er war nur ein bisschen hart dort, wo der Magen ist.

Vielleicht hatte ich etwas falsch gemacht. In den Geschichten hatten die Frauen viel mehr geschafft als ich. Ok, das waren Geschichten. Aber vielleicht konnte man das trainieren. Immerhin hatte ich hier auch ein paar beeidruckende Bilder gesehen. Bestimmt gab es irgendeinen Trick, und dann würde es klappen.

Ich räumte die Teller fort und warf das übrige Essen weg. Dann setzte ich mich wieder an den Computer und schrieb eine E-Mail an diesen Kinjiro.

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